04. April 2016   Aktuell

Im Kreuzfeuer zwischen türkischer Armee und IS - Aufbau eines kurdischen Autonomiegebietes unter mörderischen Bedingungen?

Wolfenbüttel. Am Freitag, den 29. April, lädt die Wolfenbütteler LINKE wieder zu ihrem Stammtisch im Roten Pavillon ein. Ab 20 Uhr wird es in der Fischerstraße 19b möglich sein, sich nach einem sachkundigen Vortrag auszutauschen. Für das Thema "Im Kreuzfeuer zwischen türkischer Armee und IS - Aufbau eines kurdischen Autonomiegebietes unter mörderischen Bedingungen?" konnte der Autor und Historiker, Michael Knapp, als Referent gewonnen werden.

Zum Thema: Während Bundeskanzlerin Merkel die Türkei besuchte und gemeinsame Pressekonferenzen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu durchführte, wurden in den Kellern der kurdischen Stadt Cizre mehr als 60 verletzte Personen von türkischen Sicherheitskräften umgebracht. Die Zahl der in den letzten Monaten durch die türkische Sicherheitskräfte Getöteten hat 500 schon weit überschritten. Aus politischen und ökonomischen Gründen schweigt die Bundesregierung dazu. Die kurdischen Städte verteidigen sich entschlossen selbst und Entwicklungen, die wir zuvor aus Kobane kannten manifestieren sich nun in den kurdischen Städten der Türkei.

Der Autor und Historiker Michael Knapp von der Kampagne Tatort Kurdistan und Nav-Dem Berlin hält sich immer wieder in den kurdischen Regionen des Mittleren Ostens auf und forscht zum Thema radikale Demokratisierungsprozesse und demokratischer Konföderalismus in Kurdistan. Er ist Koautor des Buches "Revolution in Rojava." In einem informativen Vortrag wird Knapp die Fragen erläutern, welche politischen, ideologischen Entwicklungen auf der Seite der kurdischen Freiheitsbewegung dahinter stehen, was das Modell der demokratischen Autonomie und des demokratischen Konföderalismus im Gegensatz zum Nationalstaatlichen denken bedeutet und wie diese Entwicklungen mit den Prozessen in Rojava/Nordsyrien und dem Aufbau eines radikaldemokratischen Modells zusammenhängen. Auch für Fragen aus dem Publikum ist natürlich wieder ausreichend Zeit. Danach kann nach Herzenslust debattiert und gestritten werden. Wir freuen uns auf einen informativen und fruchtbaren Austausch. Getränke gibt es wie immer gegen Spende.

Hinweis: Um diesem umfangreichen Thema gerecht werden zu können, wird der Vortrag etwas länger ausfallen, als die sonst üblichen 20-30 Minuten.

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