30. September 2016   Aktuell

Reges Interesse am Sozialcafé zu Minderheitenhass

Mehr Toleranz und Akzeptanz in einer offenen Gesellschaft gefordert

Jugendauszubildendenvertreter Necip Yuvanc referierte vor vollem Haus Foto: PrivatJugendauszubildendenvertreter Necip Yuvanc referierte vor vollem Haus Foto: PrivatWolfenbüttel. Am vergangenen Mittwoch fand im Roten Pavillon in der Fischerstraße wieder das beliebte Sozialcafé statt. Am gut besuchten Kaffeetisch referierte nach einer kurzen Einleitung durch Leiterin Claudia Rothberger der Jugendauszubildendenvertreter Necip Yuvanc zum Thema „Hass auf Minderheiten“.

Nachdem die pensionierte Lehrerin ihre Gäste begrüßt hatte, stieg sie mit einer Auflistung von Zahlen und Fakten in das Thema ein. Menschen fremder Herkunft, Kultur oder Religion oder Menschen mit von der Norm abweichenden Moralvorstellung oder sexueller Orientierung stießen auch in der modernen Gesellschaft noch oft auf Ablehnung oder sogar offenen Hass. Häufig stecke dahinter eine irrationale Angst vor allem Fremden.

Necip Yuvanc ging dann im Anschluss besonders auf die Feindlichkeit gegenüber Homo- und Transsexuellen ein. Er erläuterte anhand lebendiger Beispiele, wie im Islam und der katholischen Kirche, aber auch am Arbeitsplatz und in der Freizeitgestaltung selbst heute noch Menschen ohne heteronormative sexuelle Orientierung auf Ablehnung und Ausgrenzung stießen.

Yuvanc berichtete auch von eigenen Erfahrungen aus Familie, Schule und Beruf, wie er Situationen von und mit Minderheiten in unserer Gesellschaft erlebte und wie er einen aufgeklärten Umgang damit entwickelte. Es sei sehr wichtig, beleidigende Äußerungen, wie sie leider noch häufig vorkämen, nicht unkommentiert hinzunehmen oder zu tolerieren. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sollte auch immer als solche benannt und mit aufklärerischen Werten konfrontiert werden.

Der junge Gewerkschaftler forderte Toleranz und Akzeptanz für Vielfalt in einer offenen Gesellschaft. Auch über den Begriff “Outing“ wurde kontrovers diskutiert. Sei es doch absurd, von Menschen etwas einzufordern, was bereits der erste Artikel des Grundgesetzes zusichere. Schließlich müssten sich heterosexuelle Menschen auch nicht „outen“.

Der Nachmittag endete wie immer mit einem geselligen Beisammensein und lockeren Gesprächen zum Thema bei Kaffee und Kuchen.

Das nächste Sozialcafé findet am Mittwoch, den 26.10., um 15 Uhr statt. Das Thema wird noch rechtzeitig bekanntgegeben.

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