25. Januar 2011   Aktuell

Integrierte Gesamtschulen statt "Oberschule"

Das Projekt der „bürgerlichen" Parteien CDU und FDP, die Auslaufmodelle Realschule und Hauptschule zur „Oberschule" umzustempeln und mit deren Zusammenlegung auch noch Geld zu sparen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Versuch, die „Unterschicht" von den „Bildungsbürgern" zu isolieren und kostengünstig zu entsorgen: „Von der Oberschule direkt zum Jobcenter!"

Diese Zielrichtung wird durch die Stellungnahme der Wolfenbütteler FDP bestätigt, in der Rudolf Ordon die Einrichtung von gymnasialen Oberstufen an den „Oberschulen" rundweg ablehnt. Hat doch sein „12-Jahre-Power"-THG durch den Elternwillen zur IGS deutlich an Nachfrage verloren. Und dabei wurden nur 40% der IGS-Wünsche mangels IGS-Plätzen befriedigt! Könnten alle IGS-Voten erfüllt werden, wären die traditionellen Gymnasien vermutlich am Rande des Existenzminimums von drei Jahrgangszügen und die teuren Erweiterungsbauten würden zu Investitionsruinen. Deshalb ist Ordons „Hühnerhofpolitik" nachvollziehbar, aber ignorant gegenüber gleichen Chancen für alle.

Dann würden sich die Argumente nämlich umkehren: Sind überhaupt noch drei Gymnasien in unserem Landkreis tragbar, oder sollte nicht eines zur IGS umgewandelt werden? Die Ignoranz des Elternwillens und die Resignation vor dem Leistungsdruck des Abis nach 12 Jahren durch freiwillige Wiederholer hätte damit ein Ende. Auch im Landkreis könnten durch die Umwandlung von Haupt- und Realschulen zu Integrierten Gesamtschulen die schindende Nachfrage nach Haupt- und Realschulen kompensiert und durch Einrichtung von gymnsialen Oberstufen das Bildungsangebot deutlich ausgeweitet werden.

Als weiterer Effekt durch die Einrichtung von drei IGSen mit gymnasialen Oberstufen im Landkreis würden sich die Fahrzeiten der SchülerInnen deutlich verkürzen, es bliebe mehr Zeit zum effizienten Lernen. Auch eine regionale Durchlässigkeit über Kreisgrenzen hinweg ist unerlässlich, damit unhaltbare Ausgrenzungen der Vergangengheit angehören, wie z.B. der Schulbesuch in Schöningen oder der IGS-Besuch in Braunschweig.

Die Forderung der Grünen nach einem Oberschul-Neubau an der Cranachstraße ist angesichts der sinkenden Schülerzahlen kontraproduktiv, weil an den Gymnasien zunehmend Leerstand entstehen wird, der durch Umwandlung in eine IGS besser genutzt werden kann.