13. April 2011   Aktuell

Zweite IGS in der Stadt einrichten, aber Landkreis nicht vergessen

Aussagen von THG-Direktor Ordon reine Panikmache

DIE LINKE unterstützt die Einrichtung einer zweiten Integrierten Gesamtschule in der Stadt Wolfenbüttel. Das teilten die Vorsitzenden der LINKEN im Landkreis Wolfenbüttel, Jürgen Hartmann und André Owczarek, in Reaktion auf einen entsprechenden Prüfantrag der CDU-Ratsfraktion mit. „Die Einrichtung einer weiteren IGS wäre ein großer Schritt für Wolfenbüttel hin zu einer fortschrittlichen Bildungslandschaft“, so Hartmann, der DIE LINKE auch im Rat der Stadt vertritt. Der Kreisvorsitzende André Owczarek betonte, dass aber mindestens noch eine weitere IGS im Landkreis notwendig sei, wenn man den ländlichen Raum nicht abhängen wolle. „Als erster Schritt ist die Einrichtung einer IGS in Schöppenstedt oder Schladen ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit. Schüler aus diesen Samtgemeinden müssen viel Zeit, weite Wege und hohe Fahrtkosten in Kauf nehmen, wenn sie eine Oberstufe besuchen wollen. Das Abitur-Monopol Wolfenbüttels im Landkreis muss deshalb aufgehoben werden“, forderte Owczarek.

Verwundert zeigten sich die LINKE-Politiker angesichts der Äußerungen des THG-Direktors und FDP-Ratsherrn Rudolf Ordon im Schaufenster vom 6.April. „Anstatt sich die Frage zu stellen, warum die Schülerzahlen am THG
sinken, während die Nachfrage nach IGSen bei Eltern und Schülern steigt, wirft Herr Ordon Nebelkerzen und betreibt Klientelpolitik. Schließlich würden auch viele Schüler oberhalb der fünften Klasse heute eine IGS besuchen, wenn es dieses Angebot früher gegeben hätte", stellte Hartmann klar.

Auch die Befürchtungen zum Verlust der verschiedenen Gymnasialprofile seien reine Panikmache. "Das etablierte Fremdsprachen-Profil des bisherigen Theodor-Heuß-Gymnasiums kann auch an einer ‚Theodor-Heuss-Gesamtschule‘ erhalten bleiben. Nicht einmal das Kürzel ‚THG‘ wäre von solch einem Wechsel der Schulform betroffen“, sagte Owczarek. Es gelte jetzt ohne Denkverbote die Zukunft des Schulstandorts Wolfenbüttel zu sichern und die landkreisweite Nachfrage nach Integrierten Gesamtschulen so zu bedienen, dass tatsächlich eine freie Schulwahl existiere.