12. Oktober 2012   Aktuell

Gregor Gysi zu Besuch in der Asse und in Wolfenbüttel

Remlingen/Wolfenbüttel. Am Donnerstag, 11.10.2012, besuchte Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im Bundestag, zusammen mit Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, sowie Diether Dehm, Vorsitzender der Landesgruppe, auf Einladung von Victor Perli die Schachtanlage Asse. Als weitere Gäste konnten der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Kurt Herzog, der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Manfred Sohn, und die Landtagskandidatin und Gorleben-Aktivistin Kerstin Rudek begrüßt werden.

Gysi wurde vom Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, begrüßt und anschließend umfassend über die Problematik rund um die Schachtanlage informiert. Der streitbare aber charmante Politiker folgte Königs Ausführungen interessiert und lies sich die ein oder andere kritische Nachfrage nicht nehmen.

Danach fuhr Gysi, begleitet von zahlreichen Mitstreitern, in das Bergwerk ein und machte sich unter Tage ein Bild der Lage. In der anschließenden Pressekonferenz machte er deutlich, dass die Bergung der radioaktiven und chemotoxischen Abfälle beschleunigt und bürokratische Hürden durch ein zukünftiges Asse-Sondergesetz abgebaut werden müssen. Gysi betonte, dass geprüft werden muss inwieweit die Profiteure der Kernenergie, die über Jahrzehnte ihren Müll in der Asse günstig entsorgt haben, an den Kosten der Bergung beteiligt werden können.

 Einem Vertreter der Bürgerinitiativen, der forderte, dass die Endlagersuche bundesweit erfolgen müsste, stimmte Gysi unumwunden zu. Er fügte an, dass die Wissenschaftler, die daran beteiligt werden, möglichst unabhängig sein müssen.

Nach der Pressekonferenz nahm sich Gysi noch Zeit um sich mit den Bürgerinitiativen auszutauschen bevor er nach Wolfenbüttel fuhr um dort in der Landesmusikakademie eine Rede zur aktuellen politischen und sozialen Lage in Deutschland und Europa vor einem mit rund 200 Personen gut gefüllten Saal zu halten.

 Zu Beginn seiner Rede fasste er kurz seine Eindrücke von seiner Einfahrt in den Asse-Schacht zusammen. Gysi vertrat die Auffassung, dass die Einwohner der Region mehrfach betrogen wurden und er es verstehen kann, dass die Enttäuschung und Wut groß sind. Er kündigte an, dass er die Vorsitzendenen aller Bundestagsfraktion zu einem Spitzengespräch zur Rückholung an einen Tisch bekommen will.

Der prominente Politiker bezog in seiner rund einstündigen Rede auch Position zu den aktuellen Debatten um die Finanzkrise, die Bankenregulierung und den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Victor Perli bedankte sich bei Gregor Gysi mit einem Buch des Wolfenbütteler Ehrenbürgers Paul Raabe.


ffn-Regionalnachrichten

Artikel im Neuen Deutschland

Artikel in der Braunschweiger Zeitung

Artikel in der taz