05. Juli 2015   Aktuell

LINKE fordert Verbot von Veranstaltungen mit Wildtieren

Bündnis für soziale Gerechtigkeit / DIE LINKE stellt Antrag im Stadtrat

Tiere und alles andere Leben, das uns umgibt, sind in den vergangenen Jahrzehnten nahezu ohne Ausnahme der wirtschaftlichen Verwertung unterworfen worden. Mit exponentiell steigender Geschwindigkeit sterben mehr und mehr Tierarten aus, wird tropischer Regenwald gerodet, sind die Ozean überfischt. Diese Vernichtung unserer Umwelt aufzuhalten wäre Aufgabe einer anderen Wirtschaftspolitik, die sich die LINKE auf ihre Fahnen geschrieben hat. Innerhalb der derzeitigen Strukturen sind die Möglichkeiten für derartige Veränderungen marginal und so ist es auch eher ein bescheidener Beitrag, den die Ratsgruppe Bündnis für soziale Gerechtigkeit / DIE LINKE mit diesem Antrag leisten möchte.

Wie in diversen Staaten und zahlreichen deutschen Kommunen soll es, geht es nach Florian Röpke, dem Vorsitzenden der Ratsgruppe Bündnis für soziale Gerechtigkeit / DIE LINKE, nun auch in Wolfenbüttel ein Verbot von Veranstaltungen mit Wildtieren geben. Dazu erklärt Röpke:

Florian Röpke: "Wildtiere sind nicht dazu da, den Menschen zur Belustigung zu dienen."Florian Röpke: "Wildtiere sind nicht dazu da, den Menschen zur Belustigung zu dienen.""Die Zurschaustellung exotischer Wildtiere, die eigens zum Zweck der Belustigung hunderte bis tausende von Kilometern in engen Behältnissen durch die Landschafft gekarrt werden, hat ihre geistigen Wurzeln in den Denkmustern der Kolonialzeit. Die Zurschaustellung fremder Stämme und Völker hat sich inzwischen glücklicherweise historisch überlebt, die Ausbeutung von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken ist aber leider immer noch weit verbreitet. Mit diesem veralteten und tierquälerischen Geschäftsmodell sollte endlich gebrochen werden, steht es doch einem modernen Verständnis von artgerechter Tierhaltung diametral entgegen.

Die Haltungsvorgaben für Zirkusse, Reitshows und ähnliche Geschäfte sind zudem so gering, dass auch die kontrollierenden Veterinärbehörden an dem zumeist offensichtlichen Leid der Tiere wenig ändern könnten. In diesem Kontext sei an den Zirkuselefant Baby erinnert, der vor kurzem in Baden-Württemberg einen Spaziergänger tötete. Gerade bei intelligenten Tieren wie Elefanten entstehen unter prekären Haltungsbedingungen Frust und psychische Probleme, die im Extremfall zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden können.

Per Beschluss kann die Stadt festlegen, dass keine öffentlichen Flächen mehr an Betriebe vermietet werden, die Wildtiere mitführen. Die kommunale Politik hat also die Karten selbst in der Hand und muss nicht auf Änderungen oder Vorschriften von oben warten.“

 

Der Antrag im Wortlaut:

Antrag: Keine öffentlichen Flächen für Veranstaltungen mit Wildtieren

Beschlussvorschlag: Die Stadt Wolfenbüttel wird zukünftig keine öffentlichen Flächen für Veranstaltungen mit Wildtieren zur Verfügung stellen.

Begründung: Dänemark, die Niederlande und Österreich sind drei Beispiele für Länder, in denen Wildtiere bereits verboten sind. Erlangen, Baden-Baden und Heidelberg sind drei Beispiele für deutsche Städte in denen keine öffentliche Flächen für Veranstaltungen mit Wildtieren zur Verfügung gestellt werden. U.a. das Bundesjustizministerium hat festgestellt, dass ein Verbot von bestimmten Tierarten (hier speziell im Zirkus) mit geltendem Recht vereinbar ist.

Wolfenbüttel sollte dem Beispiel der genannten Städte (keine vollständige Aufzählung) folgen und öffentliche Flächen nicht für Veranstaltungen mit Wildtieren zur Verfügung stellen.

Wildtiere sind nicht dazu da, den Menschen zur Belustigung zu dienen. Eine artgerechte Wildtierhaltung ist bei öffentlichen Veranstaltungen praktisch nicht möglich und weit entfernt von einem annähernd artgerechten Leben. Es zeigt sich zudem, dass selbst die kontrollierenden Veterinärbehörden an dem Leid der Tiere wenig ändern können, weil die Haltungsvorgaben z.B. für Tiere im Zirkus leider sehr gering sind.