16. September 2015   Aktuell

Zerstörter Sichtschutz an Apelnstedter Kreuzung: Das Kind beim Namen nennen

DIE LINKE kritisiert unzureichende Informationen über Neonazi-Schmierereien

Florian RöpkeFlorian Röpke„Sichtschutz ist zerstört“, so stand es am 1. September in der Wolfenbütteler Zeitung zu lesen. Der neulich erst an der Apelnstedter Kreuzung errichtetet Sichtschutz sei – nach Polizeiangaben – erst mit „Grafitti“ beschmiert und dann später zerschnitten worden. "Was hier als stumpfer Vandalismus präsentiert wird, ist tatsächlich Beispiel einer Auseinandersetzung zwischen Neonazis und Neonazigegnern, die sich auch an Scheunen und Stromkästen zwischen Ahlum und Wolfenbüttel ablesen lässt", so Florian Röpke, Kreisvorsitzender der Partei DIE LINKE in Wolfenbüttel.

Begonnen habe es mit gesprühten Hakenkreuzen, sog. Schwarzen Sonnen und Reichsfahnen, diese wurden nach längerem Bestehen übersprüht, dann von Neonazis erneuert und anschließend wieder übersprüht, so dass derzeit nur ein „No Nazis“ an einem Scheunentor zu lesen sei. Bereits kurz nach Errichtung des Sichtschutzes wurde dieser von Neonazis mit eindeutig zuzuordnenden Hetzparolen und Drohungen gegen politische Gegner („Anti-Antifa“ „Wir kriegen euch alle“) auf ganzer Länge beschmiert. Nun sei er zerschnitten worden. Die Zerstörung des Sichtschutzes dürfte also der Aktionsspirale dieser politischen Auseinandersetzung geschuldet sein. Doch davon leider kein Wort in der Berichterstattung.

"Wir kritisieren in diesem Zusammenhang den entpolitisierenden und in der Konsequenz auch verharmlosenden Umgang mit solchen neonazistischen Propagandadelikten und würden uns wünschen, dass man das Kind einfach beim Namen nennt. Die unzureichende Information der Öffentlichkeit führt zu einer verzerrten Wahrnehmung eines Problems, das leider auch in unserem so beschaulichen Wolfenbüttel existiert", so Röpke abschließend.