04. September 2016   Aktuell

Arnfred Stoppok: „Jedes Recht der Welt widerständig und zornig zu sein“

LINKEN-Kreistagskandidat fordert Beschleunigung der Asse-Rückholung

Der Kandidat der LINKEN im Kreiswahlbereich IV, Arnfred Stoppok, glaubt nicht, dass die politischen Entscheidungsträger noch ernsthaft an einer Rückholung des Asse-Mülls interessiert sind. „Man hat uns bei Bekanntwerden des Ausmaßes des Skandals versprochen, dass die Kosten bei der Beseitigung der Rückholung keine Rolle spielen würden. Bis jetzt aber faktisch nicht viel passiert. Mit dem Assefond sollen Kritiker ruhiggestellt werden und die endlosen Debatten zwischen Betreiber, Bundesamt für Strahlenschutz und Bürgerinitiativen um ein Zwischen- und Endlager simulieren Betriebsamkeit. Für weite Teile der Bevölkerung ist dieser Prozess nur noch undurchsichtig und niemand versteht, warum es so schwer ist, einen weiteren Schacht für die Bergung zu bauen. Es wirkt nicht so, als würden keine Kosten und Mühen gescheut, wenn es ein anscheinend unlösbares Problem darstellt, aus ein paar hundert Metern Tiefe Giftmüll zu bergen, obwohl die Menschheit in der Lage ist, unbemannte Sonden tausende von Kilometern ins All zu schießen“, so der Medien- und Eventmanager aus Ohrum wörtlich.

Es brauche jetzt ein provisorisches Pufferlager und den sofortigen Beginn des Baus eines Schachtes 5 für die Rückholung, auch wenn die Zwischenlagerdebatte eben noch nicht abgeschlossen sei. „Wir verlieren jeden Tag wertvolle Zeit. Der Berg wartet nicht. Geologisches Veränderungen wie Wassereinbrüche und Gesteinsverschiebungen sind unkalkulierbar und jeden Tag möglich. Sollte es entgegen der vollmundigen Bekundungen von Frau Merkel damals am Ende doch am Geld haken? Man hat nicht den Eindruck, als werde mit Hochdruck am technisch Notwendigen geforscht. Warum wird nicht wenigstens der Betreiber als Hauptprofiteur des Debakels mit zur Kasse gebeten? Es braucht jetzt stärkeren Protest und weiteren Druck aus der Bevölkerung und ihren Kommunalparlamenten. Die Bürgerinitiativen dürfen mit der Mammutaufgabe, die Rückholung transparent zu machen und anzutreiben nicht allein gelassen werden“, so Stoppok.

Stoppok kandiere auch deshalb für den Kreistag um den Bürgerinitiativen eine weitere Stimme im Kreistag zu geben und um konsequent auf eine schnelle Rückholung zu pochen. Stoppok: „Kreistag und Landrätin müsse bissiger an das Thema herangehen und dürfen sich nicht mit Geldgeschenken ruhigstellen lassen. Unsere Region muss den größten Umweltskandal in der Geschichte der Bundesrepublik ausbaden und hat jedes Recht der Welt widerständig und zornig zu sein.“