04. September 2016   Aktuell

Nadja Frick: „Sich bewegen, damit sich etwas bewegt“

LINKEN-Stadtratskandidatin streitet für mehr Teilhabe und Mobilität

Die Mitbegründerin und Leiterin des Sozialcafés im Roten Pavillon, Nadja Frick, weist anlässlich der Kommunalwahl darauf hin, dass trotz vieler Versprechen und warmer Worte noch immer keine Aufwertung der Wolfenbüttel-Card erfolgt sei. Die bestehenden Vergünstigungen seien nicht mehr als die üblichen Erwerbslosenrabatte und stellten keinen echten Mehrwert für das alltägliche Leben dar.

„Bereits im Mai hatte Dieter Wiechenberg im Kreistag angeregt, auch kommerzielle Anbieter für die Wolfenbüttel-Card zu gewinnen. Mit Einzelhandel und Gastronomie sollte über Rabatte für Card-Inhaber verhandelt werden. Durch den Verkauf an Nicht-Transferleistungsbezieher sollte ein Umlagesystem etabliert werden, welches gleichzeitig auch einer Stigmatisierung der Card-Inhaber vorbeugen würde. Für Gewerbetreibende wäre dieses System eine kostengünstige Werbemaßnahme und Möglichkeit der Umsatzsteigerung durch neue Käufergruppen gewesen. Der Vorschlag wurde aber leider von weiten Teilen des Kreistages vehement abgelehnt“, so Frick wörtlich.

Es dürfe nicht sein, dass Menschen sich aufgrund mangelnder Teilhabemöglichkeiten aus dem gesellschaftlichen und sozialen Leben zurückzögen. Das mache die eh schon schwierige Situation noch schwerer ertragbar. Eine soziale Abwärtsspirale für Betroffene sei die Folge. Dies gelte natürlich auch beim Thema Mobilität.

„Die Mobilität vieler Transferleistungsempfänger und Geringverdiener in Kreis und Stadt ist durch hohe Bus- und Bahnpreise stark eingeschränkt. Hier hilft nur eine Sozialticket zum Preis des im Hartz 4-Satz vorgesehenen Betrages für Mobilität, so wie es in anderen Kommunen schon üblich ist. Wenn sich in Kreistag und Zweckverband an dieser Stelle aufgrund von Gutachten auf zweifelhafter Grundlage nichts bewegt, so muss nun wenigstens die Stadt einen Modellversuch initiieren. Langfristig halte ich sogar einen kostenlosen und umlagefinanzierten ÖPNV, wie in der estnischen Hauptstadt Tallin, für die zukunftsweisende Lösung. Es darf zum Beispiel nicht sein, dass Leute wichtige Arztbesuche immer wieder aufschieben, da ihnen die Mittel für die Fahrt zur Praxis fehlen“, erläutert die sportliche Einzelhandelskauffrau.

Als zweifache Mutter, die jahrelang selbst auf Transferleistungen angewiesen und alleinerziehend war, seien ihr die Probleme von Teilhabe und Mobilität besonders nah. Um auf diesen Feldern mehr bewegen zu können, kandidiere Frick als Mitglied der LINKEN nun selbst für den Stadtrat. „Man muss sich bewegen, damit sich etwas bewegt. Mit meiner Kandidatur möchte ich den Betroffenen eine Stimme in unserem Kommunalparlament geben, die weiß wovon sie spricht“, so Frick abschließend.