29. November 2011   Kreistagsfraktion

Für freie Software in der Verwaltung - "Landkreis kann mehr als halbe Million Euro sparen"

Tux der Linux PinguinTux der Linux PinguinDie Gruppe DIE LINKE & PIRATEN bringt einen Antrag in den Kreistag ein, mit dem die Möglichkeit des Einsatzes von sogenannter Open Source Software in der Kreisverwaltung geprüft werden soll. Anlass ist die für den 19. Dezember geplante Entscheidung des Kreisausschusses über den Einkauf von Microsoft-Lizenzen, die den Landkreis in den kommenden sechs Jahren rund 640.000 Euro kosten würden.

"Wir fordern und fördern den Einsatz von freier Software in der Verwaltung, wo immer dies sinnvoll ist", so Michael Leukert (Piratenpartei). Der Gruppe gehe es um die schrittweise Abkehr von teuren Softwarelizenzen in der Verwaltung. Es gebe qualitativ mindestens gleichwertige Alternativen. "Durch die notwendige Weiterbildung für das Personal wäre ein Umstieg zwar nicht kostenfrei, aber eine halbe Million Euro könnte der Landkreis mindestens sparen. Mit einem kleinen Teil dieses Geldes könnten wir den kreisweiten Wolfenbüttel-Pass finanzieren, den die Erwerbslosengruppe Lichtblick ins Gespräch gebracht hat", sagte Victor Perli (DIE LINKE).

 

 


Bekannte Beispiele für freie Software sind das Betriebssystem Linux, die Büroanwendung OpenOffice oder der Internetbrowser Mozilla Firefox. Die Stadtverwaltung in München praktiziert den erfolgreichen Umstieg auf lizenzfreie Software ebenso wie mehrere andere deutsche Kommunen. Die niedersächsische Landespolizei nutzt das Betriebssystem Linux seit 2004.

Michael Leukert: "Neben dem Kostenargument bietet Open Source Software aber auch mehr Flexibilität, hohe Sicherheit und eine erstaunliche Anzahl an Dienstleistern, die ausreichend Know How besitzen. Wer Open Source einsetzt, sorgt für Arbeitsplätze vor der eigenen Haustür. Anstatt Lizenzgebühren an einen Großkonzern abzuführen, stärkt eine Open-Source-Strategie die regionale Wertschöpfung."

Der Antrag solle die Verwaltung dazu bewegen, Open-Source-Lösungen im Hinblick auf ihre Durchführbarkeit eingehend zu untersuchen. So könnten Einsparpotentiale ermittelt und die Abhängigkeit der öffentlichen Hand von Anbietern kommerzieller Software reduziert werden.

Link zum Antrag (PDF)