Wolfenbüttel. Der Wolfenbütteler Landtagsabgeordnete Victor Perli (DIE LINKE) hat mit der agrarpolitischen Sprecherin der Fraktion, Marianne König (MdL), über die Probleme von Massentierhaltung in Cramme und weiteren Ortschaften im Landkreis Wolfenbüttel beraten. Beide sind der Ansicht, dass es sich bei der Massentierhaltung von Geflügel um eine Fehlentwicklung handelt, die nicht nur lärm- und geruchsintensiv sei, sondern auch die Gefahr von Tierseuchen vergrößere. „Das hat die starke Verbreitung von Vogelgrippe in den Intensiv-Tierhaltungsregionen Cloppenburg und Oldenburg gezeigt“, sagte König. Dort seien im vergangenen Jahr über 500.000 Puten infolge der Hühnerpest getötet worden, obwohl jeder einzelne Massentierstall von der Umwelt abgeschirmt ist.
Dazu Victor Perli: „Landwirtschaft muss mehr sein als Massen-Fleischfabrikation, bei der Lebensqualität und Gesundheit von Anwohnern und Verbrauchern ignoriert werden. Wir brauchen Qualität, statt Masse, damit Landwirte von fairen Preisen auch bei artgerechter Tierhaltung leben können.“ Beide Abgeordneten wollen verhindern, dass die Planung in Cramme und in weiteren Ortschaften des Landkreises still und heimlich an der Bevölkerung vorbeiläuft. Mit dem faulen Trick, Ställe unter 40.000 Tiere zu bauen, um die Öffentlichkeitsbeteiligung zu umgehen, werde man nicht durchkommen, so Perli.
König kündigte an, sich in Kürze ein Bild von der Situation in Cramme zu machen und auch Kontakt zur Initiative „Crammer Bürger gegen Massentierhaltung“ aufzunehmen.
aus "Schaufenster" am 13.09.2009
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