Herzog: „Rückholung ist die beste der schlechten Optionen“
Hannover. DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag begrüßte heute die Empfehlung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), den Atommüll aus der Asse herauszuholen. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog, sagte: „Der Salzstock ist generell zu anfällig für Wassereinbrüche, als dass man den Müll mit Beton zugießen und dann das Bergwerk einfach fluten könnte. Für diese Option konnten die Gutachter schon bei der Vorstellung der Konzepte im vergangenen Herbst keine Langzeitsicherheit gewährleisten.“ Auch die Umlagerung in tiefere Schichten scheide wegen des Wasserproblems aus.
Entsprechend eindeutig sei das Fazit des Geologen Ralf Krupp aus der Asse-Begleitgruppe ausgefallen: Dessen Berechnungen hätten gezeigt, dass bei der „Option Vollverfüllung“ der Schachtanlage Asse II bereits nach wenigen Jahrzehnten mit einer Kontaminationen der Biosphäre zu rechnen sei. Da Verfüllung und interne Umlagerung nicht infrage kämen, bleibe nur noch die Option übrig, den Atommüll zurückzuholen, so Herzog: „Das wird keine leichte Aufgabe, und wir werden darauf achten, dass dabei auch weiterhin alle wesentlichen Entscheidungen transparent für die und gemeinsam mit der Öffentlichkeit getroffen werden.“
Herzog warnte allerdings davor, den Atommüll einfach in das vorgesehene Endlager Schacht Konrad zu verschieben: „Auch Schacht Konrad ist ein ausgebeutetes Bergwerk mit großen Wasserproblemen. Es kann nicht richtig sein, eine Notlösung durch eine andere zu ersetzen“.
Ergänzende Stellungnahme Victor Perli im PUA:
Die Entscheidung des BfS für eine Rückholung ist eine einschneidende Grundsatz- und Richtungsentscheidung für die weiteren Anstrengungen zur sicheren Schließung der Asse. Sie ist mit Blick auf die Langzeitsicherheit und damit die Zukunft unserer Region die beste der schlechten Optionen.
Die entscheidenden offenen Fragen zur „repräsentativen Öffnung der Kammern“, zur Durchführung der Bergung sowie zur Konditionierung und Zwischenlagerung des Mülls müssen sofort angegangen werden und dürfen nicht zu einem Zeitverlust führen, der diese Grundsatzentscheidung mit Blick auf die mangelnde Stabilität des Bergwerks wieder in Frage stellt.
Das Votum für die Rückholung ist der Startschuss für einen weltweit einmaligen Vorgang, für den sich die Bürgerinitiativen und zahlreiche Menschen in unserer Region in den letzten Jahren mit viel Engagement und Herzblut eingesetzt haben. Ihnen gilt am heutigen Tag ein besonderer Dank.
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