Internationaler ME/CFS-Tag: Linke Niedersachsen fordert bessere Versorgung

Zum internationalen ME/CFS-Tag am 12. Mai kritisiert Die Linke Niedersachsen die unzureichende Versorgung von Menschen mit ME/CFS in Deutschland. Die schwere neuroimmunologische Erkrankung führt bei vielen Betroffenen zu massiver Erschöpfung, Schmerzen, Kreislaufproblemen, kognitiven Einschränkungen und stark reduzierter Belastbarkeit. Viele Erkrankte sind arbeitsunfähig, ans Haus gebunden oder dauerhaft bettlägerig.
Hilke Hochheiden, Landesvorsitzende von Die Linke Niedersachsen, erklärt:
„ME/CFS ist für Hunderttausende Menschen eine existenzielle Katastrophe. Trotzdem werden Betroffene in Deutschland seit Jahren politisch im Stich gelassen. Wer schwer krank ist, darf nicht zusätzlich noch gegen Ignoranz, Fehldiagnosen, fehlende Arztpraxen und Sozialbehörden kämpfen müssen.“
Die Zahl der Betroffenen ist insbesondere seit der Corona-Pandemie stark gestiegen. Schätzungen gehen inzwischen von rund 650.000 Erkrankten in Deutschland aus. Dennoch fehlen flächendeckende Anlaufstellen, ausreichend Forschungsgelder, verbindliche Behandlungsstrukturen und soziale Absicherung.
Hochheiden fordert deshalb ein entschlossenes Maßnahmenpaket:
„Wir brauchen spezialisierte Ambulanzen, mehr Forschung, verpflichtende Fortbildungen für medizinisches Personal und eine soziale Absicherung, die Betroffene nicht in Armut drängt.“
Auch Niedersachsen müsse mehr Verantwortung übernehmen. Notwendig seien landesweite Beratungsstrukturen, eine bessere Vernetzung von Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, Kliniken und Sozialdiensten sowie klare Ansprechpartner:innen für Betroffene und Angehörige.
Hochheiden abschließend:
„Am internationalen ME/CFS-Tag geht es nicht um symbolisches Mitgefühl, sondern um konkrete politische Verantwortung. Die Betroffenen sind nicht unsichtbar – sie werden unsichtbar gemacht. Das muss sich ändern.“